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RSSPrint

Sehnsucht nach Unbeschwertheit

Warten auf mehr Leben - wir warten weiter

Der Rasen im Garten des neuen Gemeindehauses ist nunmehr satt grün, und die Büsche am Rand der Rasenfläche gedeihen prächtig. Was fehlt, sind die Menschen, die alles zum Leben bringen.

Während ich diese Zeilen schreibe, hat die Pandemie das Leben in unserer Gemeinde voll im Griff. Die Inzidenz im Landkreis steigt gerade wieder. Gottesdienste mussten abgesagt, die Gemeindeversammlung schon wieder verschoben werden. Und auch die schon lieb gewonnene Familienfreizeit konnte im Mai nicht stattfinden.

Ebenso musste die Konfirmation, die Pfingstsonntag gefeiert werden sollte, auf den 19. September 2021 verschoben werden. Die derzeitigen Beschränkungen würden eine Feier mit der ganzen Konfirmandengruppe unmöglich machen. Und eine Konfirmation ohne eine anschließende Feier im Familien- und Freundeskreis wollten wir den Jugendlichen zu diesem wichtigen Ereignis nicht zumuten. Wann die Einweihung des neuen Gemeindehauses, ein Sommerfest, eine Gemeindefahrt oder das nächste Familienfrühstück durchgeführt werden können, steht wie so vieles weitere nicht fest. Der Gemeindekirchenrat (GKR) plant in jeder Sitzung aufs Neue — in der Hoffnung, dass bald das Leben in unsere Gemeinde zurückkehren kann. Und diese Hoffnung trägt uns in die Zukunft.

Zum Glück können wir einige unserer Angebote digital anbieten, wie etwa Gottesdienste, Chor, Christenlehre oder auch Konfirmandenunterricht. Dafür ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, besonders an Kantor Martin Schubert und Judith Ziehm-Degner, unsere Mitarbeiterin für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, sowie auch an Friederike Sell, Religionspädagogin der Evangelischen Kirchengemeinde Mühlenfließ, die uns bei der Arbeit mit Jugendlichen unterstützt.

Doch alle digitalen Angebote — so schön sie auch sind — können die persönliche Nähe von Menschen nicht ersetzen. Ich hoffe, dass der vor uns liegende Sommer Entspannung in die pandemische Lage bringen wird und die Impfungen so weit fortschreiten, dass ich nicht mehr täglich auf Inzidenzen schauen muss, um zu entscheiden, ob Gottesdienste stattfinden dürfen oder nicht. Ich sehne mich nach der Zeit, in der man wieder unbeschwert in den Gottesdienst gehen, mit der Gemeinde singen und das Abendmahl feiern kann. Diese Zeit wird sicher wiederkommen, und ich werde mich darauf freuen und die Einschränkungen bald vergessen. Und ich zähle darauf, dass es Ihnen genauso geht.

GKR berät über Neuenhagen-Süd

Trotz aller Einschränkungen tagt der GKR weiterhin regelmäßig und lenkt die Geschicke der Kirchengemeinde. In den jüngsten Sitzungen haben sich die Ältesten unter anderem mit der künftigen Nutzung des Gemeindehauses in Neuenhagen-Süd beschäftigt. Durch den Neubau des Gemeindehauses in Neuenhagen-Nord werden einige Veranstaltungen, die bislang in Süd stattfanden, ins neue Gemeindehaus umziehen. So wird etwa der Chor künftig im neuen Gemeindehaus proben und auch Gemeindeabende werden dann im Saal des neuen Gemeindehauses stattfinden. Dadurch nimmt die Anzahl der regelmäßigen Veranstaltungen in Süd ab. Zwar werden Christenlehre, Frauen- und Seniorenkreis weiterhin regelmäßig in Süd stattfinden. Auch der GKR wird alle zwei Monate in Süd tagen. Trotzdem stellt sich aber die Frage, wie das Gemeindehaus in Süd in Zukunft sinnvoll und wirtschaftlich genutzt werden kann, auch im Hinblick auf den recht hohen Renovierungsbedarf des in die Jahre gekommenen Hauses.

Eine Idee, die im GKR diskutiert wurde, ist, das Gemeindehaus als Kindertagesstätte (Kita) zu nutzen. Das Gemeindehaus liegt zentral im Süden von Neuenhagen, wo Betreuungsplätze für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, fehlen. Da in unserem Kirchenkreis bereits 18 Kitas in Trägerschaft Evangelischer Kirchgemeinden sind, wurden erste Gespräche mit unserem Kirchenkreis geführt. Dieser steht der Einrichtung einer Kita im Gemeindehaus in Süd positiv gegenüber. Außerdem würde er unserer Kirchengemeinde viele Aufgaben bei der Planung der Tagesstätte sowie auch bei einem eventuellen Kita-Betrieb abnehmen. Kita birgt Zukunftschancen Dieses Projekt hätte auch etwas Einmaliges in unserer Gegend, da es bisher keine Kita in evangelischer Trägerschaft gibt, deren Gebäude einen direkten Zugang zu einer Kirche hat, sich quasi in der Kirche befindet. Eine Kita wäre ein weiterer wichtiger Teil unserer Kirchengemeinde. Wir könnten den Kindern in Vorbereitung und Ergänzung zur Christenlehre die Begegnung mit unserer Kirche und mit unserer Religion ermöglichen und zum Glauben an Gott und zur Rücksichtnahme auf den Nächsten ermutigen. Die christliche Erziehung ist ein grundlegendes Element der Persönlichkeitsbildung unserer Kinder. Auch die Eltern könnten so noch mehr in unsere Gemeinde integriert und partnerschaftliche Beziehungen aufgebaut werden. Und welches Kind kann schon sagen, dass seine Kita in der Kirche war?! Mit der Kommune in Neuenhagen wurden ebenfalls schon Gespräche geführt, und auch sie steht dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber. Deshalb hat der GKR als ersten Schritt beschlossen, die unverbindliche Aufnahme einer Kita in den Bedarfsplan für die Kindertagesbetreuung des Landkreises Märkisch-Oderland zu beantragen.

Die Aufnahme ist die erste wichtige Voraussetzung, um überhaupt eine Kita einrichten zu können. Auch die Gemeinde Neuenhagen würde diese Kita in ihren kommunalen Bedarfsplan zur Unterstützung beim Landkreis aufnehmen. Erste Überlegungen — langer Weg Das alles sind zunächst einmal Vorüberlegungen. Doch auch in der Evangelischen Kirche nimmt die Anzahl der Gemeindemitglieder ab, und deshalb wäre eine eigene Kita eine attraktive Einrichtung in unserer Kirchengemeinde. Bis zur tatsächlichen Eröffnung einer Kita ist es allerdings ein langer Weg. Realistisch ist ein Zeitraum von drei Jahren. Es muss vieles bedacht und umgesetzt werden. Dazu würden auch der Umbau oder sogar die Erweiterung des Gemeindehauses gehören.

Weiterhin wird der Denkmalschutz sicher mitreden wollen. Letztlich müssen auch Vorkehrungen getroffen werden, dass die Kirchengemeinde das Gemeindehaus weiterhin nutzen kann, trotz Kitabetrieb, und vor allem, dass die Kirche Süd als Sakralraum erhalten bleibt. Somit brauchen wir noch viele gute Ideen, und es bleibt noch eine Menge zu tun. Wir laden Sie herzlich ein, Ideen und Gedanken dazu einzubringen. Und vielleicht können wir ja schon auf der nächsten Gemeindeversammlung darüber sprechen und Ihnen mehr sagen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien, auch im Namen des Gemeindekirchenrats, eine schöne und erholsame Sommerzeit. Bleiben Sie gesund!

Wolfgang Raack im Mai 2021
Vorsitzender des Gemeindekirchenrats

Letzte Änderung am: 27.05.2021