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Herzlich Willkommen in der Evangelischen Verheißungskirchengemeinde Neuenhagen-Dahlwitz

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Konfirmation 2020

Wir gratulieren unseren am 4.Oktober 2020 in der Kirche Dahlwitz Konfirmierten

von links: Religionspädagogin Friederike Sell, Oskar Stöwe, Sophie Charlotte Raack, Lene Liv Krüger, Alina Manuela Nowotnik, Lea Joleen Fischer, Carlotte Salomé Mann und Pfarrer Sven Täuber

Reich und doch Arm?

„Arme habt ihr allzeit bei euch“ sagt Jesus.

Mit Armut verbinden wir Arbeitslosigkeit, Hunger, Obdachlosigkeit, Kinderreichtum als Armutsrisiko. Wir denken bei der Hilfe für Arme immer noch zuerst an Notübernachtungen, an die Obdachlosenarbeit der Stadtmission, an Essen und Kleidung bei die Tafeln. Das hilft auch momentan, aber es ist nicht das, was aus der Armut hilft. Es hilft nur unsichtbar zu bleiben, weniger aufzufallen. Das biblische Wort: „Brich mit dem Hungrigen dein Brot!“ bedeutet nicht, dass wir diesen Armen unsere abgelaufenen Lebensmittel oder unmodernen Kleider geben (‚zu schade für den Müll‘).

Was ist heute Armut? Es sind die Reichen, die sich wegen der Mode fast zu Tode hungern, während die Armen eher an den Folgen von Übergewicht sterben. Mag sein, dass unsere Armen übergewichtig sind und rauchen, sie sind trotzdem arm.

Sie sind arm an Bildung. In den Familien ist der Gameboy wichtiger als Lernspiele oder ein PC für die digitale Lernarbeit. Ihre Kinder gehen jetzt wieder zur Schule, aber dennoch kommen die Armen selten weiter, denn ein nicht geringer Teil der Bildung findet inzwischen zu Hause statt. ‚Ein Smartphon hat doch heute jeder‘ sagen sie? Haben sie schon mal probiert, damit die Hausaufgaben zu machen? Die Schule ist auch sozialer Lernort. Für viele Kinder ist sie auch die rettende Insel vor häuslichen Problemen, Schutzraum und Oase. Die Chancen der digitalen Bildung sind noch ungleicher verteilt! Wir wissen so viel und wie schwer ist es doch, hier Verbesserungen zu erreichen.

Armut heißt auch: Arm an Beziehungen sein. Ihre Verwandten und Bekannten sind oft selbst arm. Sie können nicht, wenn sie Hilfe brauchen, ihre Beziehungen spielen lassen. Reiche können das. Sie werden sogar weniger hart bestraft, wenn sie mal Mist bauen, bekommen die besseren Jobs, werden gesundheitlich besser betreut. Gesundheit ist auch etwas, woran es den Armen mangelt. Reiche können sich ihre Zähne teuer sanieren lassen, Arme können das nicht, die Schäden werden immer größer. So haben sie eine geringere Lebenserwartung, trotz Krankenkasse, die ein großer Segen ist! Reiche leisten sich Privatpflegekräfte für ihre Angehörigen oder Privat-Sanatorien. Das öffentliche Pflegesystem ist unterfinanziert, die Lebensbedingungen unter Quarantäne sind noch schwieriger geworden. Das wissen wir alle und loben das Engagement der Pflegekräfte. Am System ändert sich leider nichts.

Arme leben am Rande, sie sind arm an Infrastruktur. Reiche haben den Waldorfkindergarten vor der Haustür, Arme die stillgelegte Reifenbude. Eine Wohngegend wird teurer, wenn die Infrastruktur besser ist. Deshalb leben Arme dort, wo sie Sport- und Kultureinrichtungen, Bahnhöfe und Bildungsstätten nicht so ohne weiteres erreichen können. Ihre Wege zur Arbeit sind überdurchschnittlich lang.

Arme sind arm an Chancen. Der Sohn der Ärztin plant seine Karriere auf Grund der Beziehungen, seines Führerscheins und weil er schon ein Jahr in Amerika war. Der Sohn der Armen, braucht viel mehr Beratung, sonst kann er viele Bewerbungen gar nicht erst abschicken.  

Die Corona-Krise wirkt wie ein Brennglas beim Blick auf Mängel in unserer Gesellschaft. Das vieles möglich ist, wenn der politische Wille da ist, erleben wir täglich. Lobbyisten hätten es gern möglichst bald wieder so, wie es vor der Krise war. Aber muß nicht aus dieser Krise gelernt werden, den ‚Glauben an die Kräfte des Marktes‘ zu hinterfragen und endlich die Hausaufgaben zu machen? Wir wissen so viel! Wo können wir selbst anfangen? Was brauchen wir persönlich zum Leben und was brauchen unsere Mitmenschen? Viele Menschen sind in der Krise nachdenklich geworden und wir stecken noch mittendrin! Über das Ziel unseres Lebens nachzudenken und zu Gott umzukehren, nennt die Bibel Buße tun. Zu Erntedank wird Gott für das zum Leben Notwendige gedankt: für gesunde Lebensmittel, gesellschaftlichen Frieden, für heile Familien und gute mitmenschliche Beziehungen.

Ihr Pfarrer Sven Täuber

Losung vom 24. Oktober 2020

Der HERR erweckte den Geist des Volkes, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN Zebaoth, ihres Gottes.
Haggai 1,14

Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist.
1. Timotheus 4,14

[© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine]
[Weitere Informationen finden Sie hier]

Monatsspruch Oktober

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.
Jer 29,7 (L)

Letzte Änderung am: 24.10.2020